Wissenswertes

Unser Leitbild - dafür stehen wir!
Rangordnungen in der Schützengesellschaft

Wie in jedem militärisch-organisierten Verein hat auch die Schützengesellschaft eine Hierarchie in den Rängen. Allerdings beziehen wir uns nicht auf die heute üblichen Bezeichnungen der Bundeswehr, sondern wir halten uns an die Rangordnungen aus der Kaiserzeit wie schon den Vorfahren angewandt.    

BezeichnungSchulterklappeInsignienAbteilungBemerkungen
OberstHut mit Federschmuck, Säbel, DoppelbommelVorstand+OffizierscorpsBenennung durch den Vorstand (ungeschriebenes Vorschlagsrecht durch denPräsidenten), Wahl durch die Mitgliederversammlung, qua Amtes Vorsitzender des Offizierscorps
MajorAbzeichenOffizierscorpsWahl durch das Offizierscorps
HauptmannAbzeichenOffizierscorpsdurch Beförderung
OberleutnantSilberAbzeichenOffizierscorpsdurch Beförderung
LeutnantSilberAbzeichenOffizierscorpsdurch Beförderung
FähnrichSilberAbzeichenOffizierscorpsAufnahme durch Wahl in das Offizierscorps
SchützekeineSchützenvolkVereinsbeitritt
BezeichnungSchulterklappeInsignienRangAbteilung
ThronadjutantKoppel, Kordel, SäbelOberleutnant, HauptmannOffizierscorps
FahnenoffizierSchärpe, SäbelOberleutnantOffizierscorps
BezeichnungSchulterklappeInsignienAbteilung
KönigGrün mit KroneKönigsketteEr ist der König!Teilnahme an Vorstandssitzungen
KaiserGrün mit zwei KronenKönigsketteEr ist der Kaiser!Teilnahme an Vorstandssitzungen
Ex-MajestätGrün mit ein oder zwei KronenKönigsordenAltkönige, bleibt Offizier mit seinem erreichten RangKann Vorstandsposten übernhemen/behalten
PräsidentpräsidialePräsidentenkette mit SchildVorstand
VizepräsidentVizeVorstand
SchriftführerVorstand Vorstand
SchatzmeisterVorstand Vorstand
BeisitzerVorstand
EhrenpräsidentEhrenpräsidialeKette mit Schild
Protokollarischer Ablaufplan unseres Schützenfestes

Wann findet unser Schützenfest statt? Stichtag ist immer der letzte Sonntag im August.

Freitag19:00 Uhrökumenischer Gottesdienstjährlicher Wechsel der ev. und kath. Kirche
Freitag20:00 UhrFilmabendPräsentation der Filme: aktuelles Jahr und vor 10 Jahren
Samstag20:00 UhrFestball
Sonntag13:00 UhrAbholung der Majestätenmeist in der königlichen Residenz
14:30 UhrAbmarsch zum Vogelschießenmit Ständchen am Von-Galen-Haus und dem Marienhospital
16:00 Uhr Beginn des Vogelschießens
20:00 UhrSchützenmahl
24:00 UhrFackelumzug zur Residenz des Königs
Montag09:00 UhrKöniginnenfrühstück
11:00 Uhroffizieller Frühschoppenmit Einladung von Honoratioren und Abordnunungen der Gastvereine
Unser Vereinswappen

Das Alter unseres Vereinswappens ist leider (bislang) nicht nachvollziehbar. Doch ziert dieses Emblem seit 1890 die Königskette in Form eines ca. 10 x 13 cm großen Silberschildes. Somit haben wir immerhin ein Mindestalter. Spannend bleibt die Frage nach der Herkunft! Steckt das alte Oelder Stadtwappen darin, welches wir in Silber verewigt hätten?

Aber eins nach dem anderen:

Hauptelement des Wappens ist eine kreisrunde Scheibe, am äußeren Rand mit umlaufenden Kugeln geschmückt. Zwischen diesem äußeren und dem inneren Ring steht der Namenszug in Großbuchstaben: „SCHÜTZEN – GESELL – SCHAFT – ZU – OELDE“. Die Scheibe ist oben als „Helm“ mit zwei gekreuzten Waffen bestückt und diese mit einem Stola-artigen Band umbunden. Ganz oben auf thront, quasi als Helmzier, die königliche Krone.

Im Zentrum der Scheibe, also im inneren Kreis, ist ein eigenes Wappen zu sehen. Hierbei könnte es sich tatsächlich um das erste Oelder Stadtwappen von 1846 handeln. Leider fehlen sämtliche Dokumentationen darüber. Erst 1884 wird das Stadtwappen von Amtmann Bernhard Geischer näher beschrieben: „Die Farben desselben sind blau und roth. Solches stellt den hl. Johannes mit einem Lamm dar.“ („Oelde – die Stadt in der wir leben“, Verfasser Werner Klein, Seite 510)

Dieses innere Wappen ist ein sich nach oben verjüngendes Schild mit zwei gespiegelten Voluten geschmückt. In der oberen Hälfte, zwischen diesen beiden Voluten, ist der heilige Johannes der Täufer mit Kreuzstab und Lamm abgebildet. (siehe unten *1) Der untere Teil enthält die bis heute verwendeten Elemente „Stern“ und „Halbmond“. (siehe unten *2) Diese sind jeweils in den diagonal geteilten Feldern platziert.

Die Linien in den Flächen stellen sogenannte Tinkturen in der Heraldik dar. Die linke Fläche mit Mond ist horizontal liniert = BLAU, die rechte Fläche ist vertikal liniert = ROT. Das passt zu der Beschreibung von Amtmann Geischer!

Dem beschriebenen inneren Wappen ist eine viertürmige Mauerkrone aufgesetzt, wie sie bei Stadtwappen gern vorkommt und das freie Bürgertum versinnbildlicht. Die gerade Kronenzahl 4 ist allerdings eher unüblich und somit ist die wirkliche Bedeutung dieser Symbolik nicht gesichert. Auch ob diese Mauerkrone schon seit Existenz des Wappen aufgesetzt wurde oder dies später erfolgte, ist unbekannt.

In Eiche geschnitzte Nachbildung von 1976 des Wappens im Königskettenschild (Beschriftet: Das Oelder Stadtwappen)
Ausschnitt aus dem Emblem der Freiwilligen Feuerwehr Oelde

1910 reduzierte das Heroldsamt in Berlin das Oelder Stadtwappen auf ein Minimum und hat dadurch sämtliche Symbolik verloren. (siehe unten rechts). Nur noch im Dienstsiegel der Stadt, auf kirchlichen Fahnen der Pfarrei St. Johannes und dem Emblem der Freiwilligen Feuerwehr Oelde ist Johannes der Täufer zu finden. Allerdings sind „Fingerzeig“, „Lamm“ und „Kreuzstab mit Wimpel“ hier deutlicher und besser zu erkennen.

Die Recherche von Werner Klein im Buch „Oelde – die Stadt, in der wir leben“, Seiten 503 – 514, zum Thema Stadtwappen ist leider ab dem Beginn des 20. Jhdts. zum Teil verwirrend bis widersprüchlich, aber trotzdem zu empfehlen!

Detailerklärung und Hintergrundwissen:

*1 Johannes der Täufer hält, wie oft in der Symbolik, einen Hirtenstab mit Kreuz in der Hand. Fälschlicher Weise wird in Texten zu unserem Wappen/Stadtwappen dieser nur als Fahne bezeichneten. An diesem Kreuzstab hängt ein flaggenartiges Band mit den Worten „ecce agnus dei“ (Siehe, das Lamm Gottes).

Johannes der Täufer wird meist mit einem Lamm in der Heraldik und der Ikonografie dargestellt. An zwei Bibelstellen zeigt Johannes auf Jesus mit den Worten: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.“

*2 Eine mögliche Deutung könnte eine bildliche Darstellung des Bibelspruches „Joh., 3.30“ sein:  „Er (Christus) muss wachsen, aber ich (Johannes) muss abnehmen. Der Stern geht auf und muss wachsen, während der Mond abnimmt. Die Selbstlosigkeit des hl. Johannes solle mahnen, abzulassen von selbstsüchtigem Beginnen und allzeit das Wohl der Stadt im Auge zu haben. Das Allgemeinwohl habe stets dem Wohl des Einzelnen vorzugehen…“  So eine Kommentierung aus dem Buch „Oelde – die Stadt in der wir leben“.

Das heutige Oelder Stadtwappen
Unsere Fahne von 1861

Exkursion:

Links auf unserer Schützenfahne von 1861 ist als Wappen noch die Form der damaligen Dienstsiegel der Stadt zu erkennen, da es wohl noch kein eigenständiges Stadtwappen gab. Johannes d. T. ist nahezu fotorealistisch gestickt. Die lateinischen Buchstaben VL sind als UL zu lesen. Dies sind die ersten beiden Buchstaben des alten Ortsnamens Ulde.

Unsere (heutige) Fahne von 1930 ist wohl von einem modernen Grafikdesigner seiner Zeit entworfen worden. Unwissenheit oder eine unerklärte, besondere Symbolik scheint dazu geführt zu haben, dass aus dem seit dem Ende des 18. Jhdts. verwendeten Stern eine Sonne geworden ist. Die Abstrahierung des Johannes lässt zudem den Kreuzstab fehlen und der Heilige zeigt mit der linken Hand auf das Lamm.

Unsere Fahne von 1930
Patenschaft mit dem Marienhospital

Mit der Wiederbelebung der Schützengesellschaft im Jahre 1958 war den damals Altvorderen auch klar, dass es im Schützenwesen nicht mehr um mittelalterliche Wehren ging, sondern vielmehr die Bewahrung der Traditionen in geselligem und sozialem Tun in den Vordergrund gerückt ist. In der Festschrift von 1964 heißt es mit typischen 50er Jahre Worten: „…und (die Schützengesellschaft hat) damit neben anderen guten, alten Bürgertugenden vor allem Pflichterfüllung und Opfersinn angesprochen.“ In der damaligen Zeit des Wirtschaftswunders waren eben Kriegswirren und Notzeiten immer noch nicht vergessen.

So beschloss der Vorstand 1962, auf jeder geselligen Zusammenkunft der Gesellschaft für das Oelder Krankenhaus zu sammeln und somit eine Art Patenschaft mit dem Marienhospital zu übernehmen. Zitat aus Festschrift: „…um besonders in den Tagen der Festesfreude der Hilfsbedürftigen und Leidenden, die am Fest nicht teilnehmen können, nach Möglichkeit helfend zu gedenken.

Um diese Geldsammlung gesellschaftlich-stilgerecht ablaufen zu lassen, schuf das damalige Vorstandsmitglied Gerhard Loddenkemper jun. (+2023) eine handgefertigte, eicherne Schatulle. Ein darauf angebrachtes Messingschild trägt die Worte: „salus aegroti – suprema lex“ – „Das Heil der Kranken sei oberstes Gesetz„. Die gesammelten Geldbeträge wurden den Krankenschwestern „zur persönlichen, nützlichen Verwendung bzw. für wichtige Anschaffungen“ zur Verfügung gestellt.

Schon seit längerem wird dieses Kästchen jedoch nicht mehr umhergereicht, um für das Marienhospital spenden zu können. Dies liegt aber daran, dass in der heutigen Zeit „Bareinnahmen“ so gar nicht mehr an die Schwestern verteilt werden können. Das sah bis in die 1980er Jahre sicherlich anders aus… Aber eines ist geblieben: Wir halten bis heute an der Tradition fest, an unserem Festsonntag auf dem Marsch zur Vogelstange am Marienhospital anzuhalten und mit unseren Musikkapellen ein Ständchen zu bringen.

In der heutigen Zeit sind die Mitglieder der Schützengesellschaft dafür gern Mitglied des Vereins „Freunde und Förderer des Marienhospitals„. Hierbei geht es allerdings weniger um den 1962 angedachten Opfersinn, sondern vielmehr um die sinnvolle Unterstützung unseres Oelder Krankenhauses mit speziellen technischen Gerätschaften, die sonst eben nicht angeschafft hätten werden können und das Oelder Krankenhaus in der ärztlichen Behandlung besonders attraktiv machen.

Wir weisen an dieser Stelle gern auf das Buch über die Geschichte des Oelder Krankenhauses von Reinhard Börger hin.

Das Schützenwesen

Das Schützenwesen basiert in seinen Ursprüngen auf den Aktivitäten der mittelalterlichen Bürgerwehren. Diese Wehren standen dem Wachtmeister des Dorfes oder der Stadt zur Seite, wenn zahlreiche Hände zum Wohle, zum Schutz oder zur Verteidigung der Gemeinde benötigt wurden.

Um sich im Können zu messen und den besten Schützen der Wehr zu ermitteln, wurden regelmäßig Schießwettbewerbe ausgetragen. Auch zu damaligen Zeiten wurde schon ein hölzerner Vogel auf eine Stange emporgehoben und auf ihn geschossen. Derjenige, der den letzten Schuss abgab, war der Sieger dieses Wettbewerbs. In anderen Gegenden wurde (und wird) auf Holzscheiben geschossen und die Punkte gezählt. So kann man festhalten, dass der Schießsport sehr alte Wurzeln hat.

Neben dem sportlichen Gedanken ist die Betrachtung des gesellschaftlichen Hintergrunds zur damaligen Zeit sehr wichtig. Der Wettkampf ums Vogelschießen wurde als großes Volksfest mit Paraden und Aufmärschen inszeniert und hatte neben dem Kirchweihfest (Kirmes) einen festen Platz im bürgerlichen Leben. Somit wurde aus dem Schießwettbewerb auch Im Laufe der Zeit wurde daraus dann eine Art Inszenierung. Aus dem Sieger wurde ein König, der sich selbstverständlich eine Königin erkor und einen Hofstaat um sich versammelte.

Mit dem Einsetzen der staatlichen Exekutive, also der Polizei, wurde das gesellschaftliche Leben in immer besser greifende Gesetze gepasst. Streitigkeiten zwischen Grafschaften und Herzogtümern, zwischen Protestanten und Katholiken sollten mit dem Wort und nicht mehr mit der Waffe geschlichtet werden. Es verbreitete sich ein friedliches Leben und die Notwendigkeit einer Bürgerwehr sank immer mehr.

So steht im heutigen Sinne der Schützenvereine die Traditionserhaltung, das Gedenken an die Männer der Bürgerwehren im Vordergrund. Auch wenn der Schießsport zum Teil (leider) sehr in den Hintergrund gerückt ist, bleibt die gesellschaftliche Freude und Kurzweil bestehen. Im Rahmen eines organisierten Festablaufs, dem eröffnenden Gottesdienst (wo möglich ökumenisch), den Festbällen mit klassischem Tanz und Partys mit Discomusik, den Märschen der Mitglieder durch die Stadt und dem traditionellen Vogelschießen wird hier in einem großen Kreis Gleichgesinnter und Traditionsbewusster freundschaftlich zusammen gefeiert und dem damaligen Volksfest gedacht. Mancherorts gibt es einen Frühschoppen mit humorvollen Beiträgen, launigen Anekdoten und einen rauschenden Abschluss für das neue amtierende Königspaar.

Unsere Satzung