Volkstrauertag

Jedes Jahr Mitte November nehmen wir am Volkstrauertag an der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt Oelde teil. Dies ist sogar in unserer Satzung im §2 Abs. 2 festgelegt.

Mit uns sind die Feuerwehr Oelde mit ihrer Blaskapelle, der Schützenverein St. Hubertus und die Schützengilde dabei. Selbstverständlich auch Vertreter der Stadt und des Rates.

Die Redner wechseln jährlich, sodass jeder die Möglichkeit hat, seine Gedanken auszusprechen. Seit einigen Jahren bereichern junge Schülerinnen und Schüler unseren Volkstrauertag mit ihren erarbeiteten Vorträgen.

Unsere Veranstaltung findet am “neuen” Ehrenmal statt, das sich unscheinbar im bewaldeten Naturdreieck zwischen „Am Kalverkamp“, „Badeweg“ und „Konrad-Adenauer-Allee“ befindet.

Dieses Ehrenmal ist ein Werk des Künstlers Herbert Daubenspeck (1929–2022) aus Emsdetten. Wann es erbaut wurde, konnte bisher nicht ermittelt werden. Das wuchtige, kreisrunde Monument mit einer Wandhöhe von ca. 1,80 m und einem Durchmesser von gut 15 Metern wurde etwa 80 cm tiefer in den Boden eingelassen. Die herausragenden Mauern wurden anschließend von außen mit Erdreich angefüllt.

Dadurch erinnert die Anlage einerseits an einen Schützengraben für die Soldaten, andererseits an einen Schutzwall für die Toten.

In der Mitte des kesselartigen Runds aus schwarzem Lavagestein erhebt sich eine schlichte, stilisierte Stele mit der Figur des Gekreuzigten. Sieben aus demselben Gestein herausgearbeitete Relief-Engel, die Posaunen vor ihren Körpern tragen, halten die Wache. An den Innenwänden sind auf großen Gesteinstafeln in schwer lesbarer Großbuchstabenschrift die Namen der Oelder Gefallenen des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) angebracht.

Dr. Ulrich Gehre schreibt in seinem Beitrag im Buch “Oelde, die Stadt in der wir leben” (1987) auf Seite 764 die kritische Anmerkung: “Durch die neue Trasse der innerstädtischen Entlastungsstraße, die die umgebende Rasenfläche hart anschneidet, wurde das ursprünglich aus der Weite des Grüns sich erhebende Ehrenmal … um einen Teil seiner Wirkung gebracht.”

Hierzu muss man erklären, dass der Bau der Konrad-Adenauer-Allee Anfang der 1980er Jahre insbesondere bei den älteren Mitbürgern nicht auf Wohlwollen stieß. Sie führte durch einen beliebten Grünstreifen des Oelder Stadtparks und beschnitt massiv “Sommers Wiese”. Den beliebten Ort für den gewohnten Wochenmarkt. Und eben dieser genannte Grünstreifen war seinerzeit nur eine Rasenfläche, bei der der angesprochene Schutzwall- und Schützengrabencharakter deutlicher zum Ausdruck kam.

Heute – 50 Jahre später – haben sich die Wogen längst geglättet. Ohne die Konrad-Adenauer-Allee wäre der Verkehr in Oelde gar nicht zu bewältigen und Bäume und Sträucher haben sich mittlerweile auf der ehemaligen Rasenwiese breit und hoch gemacht.

Sie verdecken zwar das Ehrenmal und machen es – wie anfangs geschrieben – unscheinbar, doch auch diese kleine Fläche grüner Lunge tut Oelde gut!

Eine ganz andere, vielen vermutlich unbekannte Sicht auf diesen speziellen Ort des jetzigen Ehrenmals möchten wir hier in Erinnerung rufen: 1938 wurde genau diese Stelle von den damaligen lokalen NS-Sympathisanten für eine Krieger-Ehrenmalsstätte auserkoren! Große Pläne hatte der Architekt Hans Strobel, Stadtbaurat a. D., aus Dortmund für unsere Stadt Oelde entworfen. Details dazu finden Sie auf der Homepage der Stadt Oelde:

https://www.oelder-stadtgeschichten.de/de/zu-den-stelen/stadtpark/utopia/

Die Karte ist nicht einfach zu lesen, da nicht genordet und das Kompass-symbol falsch eingezeichnet wurde…