Immer vorneweg – unsere Fahnenabordnung
Wenn die Schützengesellschaft antritt, ist schon von Weitem zu erkennen, wer da kommt. Bevor König, Präsident, Vorstand, Offiziere und Schützen ins Blickfeld rücken, ist sie zu sehen: unsere Fahne.
Und dass sie vorneweg getragen wird, hat eine lange, weltliche Tradition!
Fahnen waren über Jahrhunderte weit mehr als Schmuck. Sie waren weithin sichtbares Erkennungszeichen einer Gemeinschaft. Unter einer Fahne sammelte man sich, an ihr orientierte man sich – und wo die Fahne war, dort war die Gemeinschaft, die sie repräsentierte.Aus diesem alten Gedanken hat sich bis heute eine schöne Tradition erhalten: Die Fahne zieht voran.
Sie zeigt nicht nur, wer da kommt, sondern steht sinnbildlich für all jene, die hinter ihr gehen.
Einer trägt – zwei stehen ihm zur Seite
Zu einer Fahne gehört deshalb traditionell auch eine Fahnenabordnung. Bei uns besteht sie beim Antreten aus drei Schützen: dem Fahnenträger in der Mitte und seinen beiden Fahnenbegleitern. Alle drei tragen die Schärpe, die Begleiter zusätzlich einen Säbel.
Auch der Säbel hat dabei seinen historischen Sinn. Eine Fahne war ein wertvolles Symbol, das es zu schützen galt. Ihre Begleiter hatten die Aufgabe, dem Fahnenträger zur Seite zu stehen und die Fahne zu verteidigen.
Ganz so martialisch geht es bei der Schützengesellschaft zu Oelde heute glücklicherweise nicht mehr zu. Unsere Säbel sind stumpf und ihre Aufgabe längst symbolischer Natur.
Das Bild aber ist geblieben: Einer trägt die Fahne – zwei begleiten und beschützen sie.
Drei gehen voran – sechs stehen bereit
Was man beim Festzug nicht unbedingt sieht: Hinter den drei Männern an der Spitze steht eine kleine Mannschaft. Rund sechs Schützen gehören zu unserer Fahnenabordnung, teilen sich die Aufgaben und sorgen dafür, dass Fahnenträger und Begleiter zuverlässig bereitstehen – auch wenn einmal jemand verhindert ist.Denn gebraucht werden sie keineswegs nur dann, wenn Marschmusik erklingt und anschließend ein kühles Getränk wartet. Die Fahne begleitet unsere Gesellschaft auch in den stillen Stunden. Bei Beerdigungen verdienter und dekorierter Persönlichkeiten der Schützengesellschaft erweist die Fahnenabordnung ihnen die letzte Ehre; ebenso zeigt sie uns am Volkstrauertag.
Gerade bei diesen Anlässen wird deutlich, wofür unsere Fahne steht: nicht nur für Tradition und Gemeinschaft, sondern ebenso für Erinnerung, Respekt und Verbundenheit. Und solche Termine suchen sich ihr Wetter bekanntlich nicht aus. Ob Sonnenschein beim Festumzug, Novemberkälte am Ehrenmal oder Regen bei einer Beerdigung – unsere Fahnenabordnung steht bereit.Wer die Fahne trägt oder sie begleitet, übernimmt damit eine besondere und ehrenvolle Aufgabe. Die Fahnenabordnung steht buchstäblich an der Spitze unserer Gesellschaft und trägt ihr sichtbares Zeichen voran – bei den fröhlichen ebenso wie bei den stillen Anlässen.Wenn also beim nächsten Aufmarsch wieder drei unserer Schützen mit Fahne, Schärpe und Säbel vorneweg ziehen, darf man ruhig einmal genauer hinschauen: Dort marschieren drei Männer – aber dahinter stehen sechs, die sich dieser Aufgabe mit Verlässlichkeit und Engagement verschrieben haben.
Dafür sagen wir Danke – und Horrido!
